Die Besiedlung Sonsbecks ging ursprünglich von einer alten Hofstelle am Ort des heutigen „Römerturms“ und St. Gerebernus aus, die zunächst erzbischöflich Kölner, dann gräflich Klever Besitz war. 1203 wurde dort die Pfarre Sonsbeck eingerichtet. Im Süden des Grafensitzes entstand in der Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs schon bald eine neue Stadtsiedlung. Die Stadt wurde mit rechtwinkligem Grundriss angelegt, 1420 wurde eine Mauerbefestigung mit acht Türmen, dem Alttor im Süden und dem Neutor im Norden fertiggestellt.
Sonsbeck erhielt vom Grafen von Kleve 1320 Stadtrechte. Die Verleihung der Stadtrechte setzte voraus, dass schon ein Ort vorhanden war, der eine längere Entwicklungszeit hinter sich gebracht hatte. Wie lange die Besiedlung dieses Raumes gedauert hat, kann nur geschätzt werden. Doch dürften es mehr als 200 Jahre gewesen sein. Schon während der napoleonischen Zeit 1794-1814 verlor Sonsbeck die Stadtrechte wieder. Die Struktur der alten befestigten Stadt mit ihrem strengen rechteckigen Grundriss ist heute noch weitgehend erhalten. In der Gründungszeit entstanden drei Schöffengerichte: Stadt Sonsbeck, Sonsbeckerbruch und Labbecker Bruch.
Der Verlauf der alten Stadtmauer wird heute durch eine Ziegelmauer entlang eines Grabens nachempfunden. Auch das – ungefähr am alten Ort als Denkmal aus Mauern und Dach nachempfundene – Siechenhaus vor der Stadtmauer und das Bronzedenkmal für die Opfer der Pest („dat groote Stierff“) erinnern an alte, nicht immer gute, Zeiten.
Sonsbeck hatte große Bedeutung für das Töpferhandwerk und den Viehhandel. Von 1649 bis 1903 hatte Sonsbeck 90 Töpfereien, die vor allem Gebrauchskeramik aus Irdenware herstellten, aber auch Reliefplatten, Kacheln, Krüge und Prunkschüsseln. Seit 1431 betrieb man in Sonsbeck einen Ferkelmarkt, der überregionale Bedeutung gewann. Bei Roßhoff (1986) ist von 45.000 Ferkeln jährlich die Rede, die hier in Sonsbeck ihren Abnehmer fanden. Heute weist der Schweinemarktbrunnen am Rathaus auf diese Bedeutung hin.
Der 2. Weltkrieg traf den Ort Sonsbeck mit seiner ganzen Härte. Die Bausubstanz einschließlich der öffentlichen und kirchlichen Gebäude wurde zu 85 % zerstört.☎ (02838) 36-0
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